„Gemeinsam Denkmale erhalten“ lautete das Motto des diesjährigen Tag des offenen Denkmals, bei dem sich auch die Gruppe Elixir beteiligte. Zwar durften die Tore zu den denkmalgeschützten Gebäuden, die seit über zehn Jahren leer stehen und zerfallen, nicht geöffnet werden, aber ein Eindruck zur Vergangenheit und gewünschten zukünftigen Nutzung des Grundstücks konnte trotzdem vermittelt werden. Rund 200 Besucher_innen nahmen teil.
Errichtet wurde das Gebäudeensemble 1876-1878 als Arbeitsanstalt zur Inhaftierung von „Personen, welche durch „Müßiggang, Liederlichkeit, Trunk- und Händelsucht arbeits- oder ob dachlos geworden“ waren. Nach der Einstellung des Betriebs als Arbeitsanstalt erfuhr es eine wechselhafte Geschichte: Als Wohnunterkünfte für „bedürftige Personen“, ab 1941 als Reservelager für „Fliegergeschädigte“, als Rat IX. Stadtbezirkes (1953-1957). Später fand es Verwendung für die NVA als Wehrkreiskommando und nach der Wende als Bußgeldstelle und Bundesvermögensamt. Die Informationstafeln zur Vergangenheit der Königsbrücker Str 117/119 sind hier zu finden.
Während Verwaltung und Stadtrat immer noch uneinig sind, was die Verwendung des Geländes anbelangt, eröffnete Elixir symbolisch mit der Enthüllung eines Bauschilds bereits die Stadtteilbaustelle, die nach den Plänen der Initiative hier entstehen soll. Auf der Wiese an der Ecke Stauffenbergallee/Königsbrücker Str. gab es von 13:00 Uhr bis 19:00 Uhr ein buntes Programm mit Führungen, Essen, Getränken sowie Mitmachaktionen für Erwachsene und Kinder.
Auf großes Interesse stieß auch die Wunschproduktion. Gemeinsam mit den Gästen des Tags des offenen Denkmals wurden weitere Bauschilder mit Nutzungsvorschlägen gestaltet. Als Teil des partizipativen Planungsprozesses der Gruppe Elixir wurden Modelle für die städtebauliche Gestaltung und die Nutzung des Geländes als Legomodelle entwickelt, auf Tafeln Ideen für ein zukünftige Nutzung abgefragt und in intensiven Gesprächen das Potential des Geländes besprochen.
Das gesamte Elixir-Team bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten und Unterstützern_innen des Tag des offenen Denkmals. Unser Dank gilt besonders dem Kunsthaus Dresden sowie Construct Lab für die künstlerische Unterstützung bei der Ideenfindung und -umsetzung, dem Schauspieler Utz Pannike in der Rolle als engagierter Mitarbeiter der Stadtverwaltung für die rührende Moderation, der Secret Cooking Group für das leckere Essen, der Bar der Korrekten für den Ausschank der Getränke, den Jungs von Quartiermeister Dresden und dem Grandhotel Cosmopolis aus Augsburg für die Bestätigung, dass Elixir keine Utopie bleiben muss.